
Das Materialetikett in Kleidung nennt die Faserzusammensetzung eines Kleidungsstücks, in Prozent und nach Gewichtsanteil geordnet. Diese Angabe ist in der EU Pflicht und rechtlich bindend. Pflegesymbole, Größe, Herkunftsland und Siegel stehen oft auf demselben Etikett, folgen aber anderen Regeln. Die folgende Übersicht erklärt Pflichtangaben, Textilkürzel, Prozentangaben, Pflegesymbole und Siegel, mit Tabellen und Beispielen zum schnellen Nachschlagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Pflicht: die Faserzusammensetzung in absteigender Reihenfolge der Prozentanteile sowie nichttextile Teile tierischen Ursprungs, etwa Leder.
- Zulässig sind nur die Faserbezeichnungen aus Anhang I der EU-Verordnung 1007/2011.
- Kürzel wie CO, PES, EL oder WO stehen für Baumwolle, Polyester, Elastan und Wolle.
- Pflegesymbole sind freiwillige Empfehlungen, keine Pflichtangabe.
- Die Faserangabe sagt nichts über faire Herstellung aus. Dafür sind Siegel wie GOTS, OEKO-TEX MADE IN GREEN oder der Grüne Knopf maßgeblich.
Inhaltsverzeichnis
- Pflichtangaben auf dem Etikett
- Ein Etikett in fünf Schritten lesen
- Textilkürzel entschlüsseln
- Prozentangaben bei Mischgeweben lesen
- Mehrteilige Kleidung und Zusatzangaben
- Materialien im Alltag: Tragegefühl und Pflege
- Qualität und Haltbarkeit an den Angaben erkennen
- Pflegesymbole und Materialangaben unterscheiden
- Nachhaltigkeit: was das Etikett verrät und was nicht
- Materialangaben beim Online-Kauf
- Materialangaben bei Streetwear und Gymwear
- Materialien bei BeachBodyz
- Häufige Fragen
- Quellen
Pflichtangaben auf dem Etikett
Grundlage ist die EU-Textilkennzeichnungsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1007/2011), in Deutschland ergänzt durch das Textilkennzeichnungsgesetz. Nach den Regeln der EU zur Kennzeichnung von Textilien gilt für jedes Textilerzeugnis auf dem EU-Markt:
- Angabe der Faserzusammensetzung in Prozent.
- Reihenfolge: absteigend nach Gewichtsanteil.
- Hinweis auf nichttextile Teile tierischen Ursprungs, zum Beispiel Lederpatches oder Fellbesatz.
- Etikett leicht lesbar und fest am Produkt angebracht.
- Bei Erzeugnissen aus nur einer Faser: Angabe „100 %“ oder „rein“ zulässig.
Die Faserbezeichnungen sind nicht frei wählbar. Laut Merkblatt Textilkennzeichnung des Landes Brandenburg dürfen nur die in Anhang I der Verordnung gelisteten Bezeichnungen verwendet werden. Fantasienamen wie „Soft-Touch-Fiber“ oder „Cloud-Cotton“ ersetzen daher keine korrekte Faserangabe. Sie dürfen höchstens zusätzlich erscheinen.
Kontrolliert wird die Kennzeichnung von den Marktüberwachungsbehörden der Länder. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit NRW (LAVE) prüft Textilerzeugnisse und kann bei Beanstandungen Nachetikettierungen oder weitere Prüfungen veranlassen.
Pflicht oder freiwillig: Übersicht
| Angabe | Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| Faserzusammensetzung in % | Pflicht | Welche Fasern in welchem Gewichtsanteil enthalten sind |
| Nichttextile Teile tierischen Ursprungs | Pflicht, falls vorhanden | Zum Beispiel Leder, Fell, Horn |
| Pflegesymbole | Freiwillig | Empfehlung zu Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln, Reinigung |
| Größe | Freiwillig | Herstellerabhängige Größentabelle |
| Herkunftsland („Made in …“) | Freiwillig | Ort der Konfektion, nicht zwingend der Rohstoffherkunft |
| Siegel und Zertifikate | Freiwillig | Umwelt- und Sozialstandards nach dem jeweiligen Siegel |
| Artikel- oder Chargennummer | Freiwillig | Interne Zuordnung beim Hersteller |
Ein Etikett in fünf Schritten lesen
- Etikett finden: meist an der linken Innenseitennaht, im Nacken oder am Hosenbund. Bei mehreren Lagen gehört das Material- und Pflegeetikett oft zu den eingenähten Stofffähnchen, nicht zum Markenlabel.
- Komponenten trennen: Steht dort „Oberstoff“, „Futter“ oder „Bündchen“, gilt jede Prozentangabe nur für diesen Teil.
- Hauptfaser bestimmen: Die erste Faser in der Liste hat den größten Gewichtsanteil und prägt Tragegefühl und Pflege.
- Kleine Anteile prüfen: Elastan, Polyamid oder Polyester in geringer Menge verändern Dehnung, Abriebfestigkeit und Formstabilität.
- Zusatzangaben einordnen: Pflegesymbole, Siegel und Herkunftsland ergänzen die Faserangabe, sind aber freiwillig und folgen eigenen Regeln.
Textilkürzel entschlüsseln
Auf vielen Etiketten erscheinen die Fasern nicht ausgeschrieben, sondern als Kurzzeichen. Die gängigsten Kürzel sind CO für Baumwolle, PES für Polyester, PA für Polyamid, EL für Elastan, WO für Wolle und CV für Viskose. Auf älteren oder rein deutschen Etiketten steht für Baumwolle mitunter auch BW.
| Kürzel | Faser | Fasergruppe |
|---|---|---|
| CO | Baumwolle | Pflanzliche Naturfaser |
| LI | Leinen | Pflanzliche Naturfaser |
| WO | Wolle | Tierische Naturfaser |
| WV | Schurwolle | Tierische Naturfaser |
| SE | Seide | Tierische Naturfaser |
| CV | Viskose | Zellulosische Chemiefaser |
| CLY | Lyocell | Zellulosische Chemiefaser |
| CMD | Modal | Zellulosische Chemiefaser |
| PES | Polyester | Synthetische Chemiefaser |
| PA | Polyamid | Synthetische Chemiefaser |
| PAN | Polyacryl | Synthetische Chemiefaser |
| EL | Elastan | Synthetische Chemiefaser |
Die vier Gruppen helfen bei der Einordnung:
- Pflanzliche Naturfasern: aus Samenhaaren oder Stängeln, etwa Baumwolle und Leinen.
- Tierische Naturfasern: aus Haaren oder Kokons, etwa Wolle, Schurwolle und Seide.
- Zellulosische Chemiefasern: aus Holz oder anderer Pflanzenzellulose, chemisch aufbereitet, etwa Viskose, Modal und Lyocell.
- Synthetische Chemiefasern: meist auf Erdölbasis oder aus recyceltem Kunststoff, etwa Polyester, Polyamid und Elastan.
Ein häufiges Missverständnis: Viskose gilt wegen ihres pflanzlichen Ausgangsstoffs oft als Naturfaser. Sie ist aber eine Chemiefaser, weil die Zellulose erst chemisch gelöst und neu versponnen wird.
Prozentangaben bei Mischgeweben lesen
Bei Kleidung aus mehreren Fasern stehen die Bestandteile nach EU-Vorgabe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils. Die erste Faser ist also immer die mengenmäßig wichtigste. Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht, nicht auf die Fläche oder das Volumen.
Beispiele zum Einordnen
| Etikettangabe | Lesart | Typische Eigenschaft |
|---|---|---|
| 100 % CO | Reine Baumwolle | Atmungsaktiv, saugfähig, kann beim Waschen einlaufen |
| 95 % CO, 5 % EL | Baumwolle mit etwas Elastan | Dehnbar, eng anliegende Schnitte, hitzeempfindlicher |
| 60 % CO, 40 % PES | Baumwolle-Polyester-Mischung | Formstabiler, trocknet schneller als reine Baumwolle |
| 80 % CO, 20 % PES | Typische Sweat-Mischung | Weich, etwas pflegeleichter |
| 70 % WO, 30 % PA | Wolle mit Polyamid | Polyamid erhöht die Abriebfestigkeit |
| 100 % CV | Reine Viskose | Fließend, kühl auf der Haut, nass empfindlich |
Worauf bei Prozentwerten zu achten ist
- Kleiner Anteil, große Wirkung: Schon wenige Prozent Elastan verändern Passform und Dehnbarkeit deutlich.
- Reihenfolge prüfen: Ein Shirt mit „Baumwolle“ im Produktnamen kann laut Etikett überwiegend aus Polyester bestehen. Maßgeblich ist die Prozentangabe, nicht der Name.
- Zusätze wie „recycelt“ oder „Bio“: Die Faserbezeichnung selbst bleibt „Polyester“ oder „Baumwolle“. Hinweise auf Bio-Anbau oder Recyclinganteil sind zusätzliche Angaben des Herstellers und lassen sich über Siegel überprüfen.
Häufige Irrtümer bei Prozentangaben und Herkunft
- „Made in“ gleich Rohstoffherkunft: Das Herkunftsland bezeichnet in der Regel den Ort der Konfektion. Anbau, Spinnerei und Färberei können in anderen Ländern liegen.
- Naturfaser gleich nachhaltig: Auch Baumwolle kann aus konventionellem Anbau stammen. Erst ein Siegel belegt Bio-Anbau.
- Kunstfaser gleich minderwertig: Polyester und Polyamid sind in Sport- und Outdoorkleidung oft funktional sinnvoll, etwa wegen schneller Trocknung und Abriebfestigkeit.
- Pflegesymbol gleich Pflicht: Pflegesymbole sind Empfehlungen des Herstellers, keine gesetzliche Angabe.
Mehrteilige Kleidung und Zusatzangaben
Viele Kleidungsstücke bestehen aus mehreren Komponenten. Jacken haben Außenstoff, Futter und Füllung, Hoodies oft Rippbündchen aus einer anderen Mischung als der Korpus. In diesen Fällen wird häufig jede Komponente einzeln aufgeführt.
Typische Komponentenbezeichnungen auf Etiketten:
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| Oberstoff / Außenstoff | Sichtbares Material der Außenseite |
| Futter | Innenlage, oft glatt für leichteres Anziehen |
| Füllung / Wattierung | Wärmeisolierende Zwischenschicht |
| Bündchen / Rippe | Abschluss an Ärmeln, Saum, Kragen |
| Besatz | Kleine Zierteile, Kanten, Applikationen |
Leder- oder Fellteile, etwa Patches an Jeans oder Kapuzenränder, fallen unter die Pflicht zur Angabe nichttextiler Teile tierischen Ursprungs. Für vegane Kaufentscheidungen ist diese Zeile auf dem Etikett der wichtigste Hinweis.
Materialien im Alltag: Tragegefühl und Pflege
Die Faserangabe erlaubt eine erste Einschätzung von Tragegefühl, Pflegeaufwand und Einsatzzweck. Die Tabelle fasst die verbreiteten Eigenschaften zusammen. Verarbeitung, Garn und Webart beeinflussen das Ergebnis zusätzlich.
| Faser | Tragegefühl | Pflege | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Baumwolle (CO) | Weich, atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf | Meist waschmaschinenfest, kann einlaufen | T-Shirts, Hoodies, Sweatshirts, Jogginghosen |
| Polyester (PES) | Glatt, formstabil, nimmt wenig Feuchtigkeit auf | Trocknet schnell, knittert wenig | Sportbekleidung, Jacken, Mischgewebe |
| Elastan (EL) | Dehnbar, kehrt in Form zurück | Hitzeempfindlich, Trockner meiden | Leggings, Fitted Shirts, Bündchen |
| Viskose (CV) | Fließend, kühl | Nass empfindlich, Schonwaschgang | Blusen, Kleider, leichte Shirts |
| Wolle (WO) | Wärmend, temperaturausgleichend | Filzgefahr, Wollwaschgang oder Handwäsche | Pullover, Mützen, Socken |
| Polyamid (PA) | Robust, abriebfest | Pflegeleicht, trocknet schnell | Strumpfwaren, Outdoor- und Sportkleidung |
| Lyocell (CLY) | Weich, glatt, feuchtigkeitsregulierend | Schonend waschen | Shirts, Hemden, Hosen |
Für Sport und Training gilt als Faustregel: Synthetische Fasern trocknen schneller, Baumwolle fühlt sich auf der Haut angenehmer an, hält aber Schweiß länger. Viele Gym- und Streetwear-Teile kombinieren daher beide Fasern.
Ein Hinweis zur ersten Wäsche: Der Handelsverband Bayern empfiehlt, alle Textilien, die direkt auf der Haut getragen werden, vor dem ersten Tragen zu waschen, um Chemikalien wie Formaldehyd herauszuwaschen. Bei empfindlicher Haut oder bekannten Kontaktallergien ist bei Reaktionen nach dem Tragen neuer Kleidung eine hautärztliche Abklärung sinnvoll.

Qualität und Haltbarkeit an den Angaben erkennen
Das Pflichtetikett nennt nur die Faser, nicht die Qualität. Zwei T-Shirts mit „100 % Baumwolle“ können sich in Haltbarkeit und Griff stark unterscheiden. Weitere Merkmale ergänzen die Faserangabe.
Merkmale im Überblick
| Merkmal | Wo zu finden | Aussage |
|---|---|---|
| Faserzusammensetzung | Pflichtetikett | Grundeigenschaften der Fasern |
| Stoffgewicht (g/m²) | Produktbeschreibung, selten Etikett | Höheres Gewicht: meist dichter, formstabiler, blickdichter |
| Garnart (z. B. gekämmte oder ringgesponnene Baumwolle) | Produktbeschreibung | Gleichmäßigeres, glatteres Garn, oft weniger Pilling |
| Webart / Strickart (Jersey, French Terry, Fleece) | Produktbeschreibung | Struktur, Wärme, Dehnbarkeit |
| Nähte und Verarbeitung | Am Produkt sichtbar | Doppelnähte und saubere Kanten halten länger |
| Siegel | Etikett, Hängeschild, Shop | Standards zu Rohstoff, Chemikalien, Sozialbedingungen |
Typische Warnzeichen
- Sehr dünner Stoff bei Shirts: durchscheinend gegen das Licht, verzieht sich schneller nach dem Waschen.
- Hoher Anteil kurzer, loser Fasern: Neigung zu Knötchen (Pilling), sichtbar an Reibestellen wie Achseln und Ärmeln.
- Elastan in Teilen, die keine Dehnung brauchen: kann durch Hitze und Alterung an Spannkraft verlieren und die Form verändern.
- Fehlende oder widersprüchliche Angaben: Produktname und Etikett passen nicht zusammen, Komponenten fehlen.
Langlebigkeit im Gebrauch
Haltbarkeit hängt auch von der Pflege ab. Niedrige Waschtemperaturen, Waschen auf links und Lufttrocknen schonen Fasern und Drucke. Schwere Baumwollqualitäten behalten bei dieser Pflege ihre Form oft über viele Jahre.
Pflegesymbole und Materialangaben unterscheiden

Materialangabe und Pflegesymbole stehen oft auf demselben Etikett, haben aber unterschiedlichen Status. Laut LAVE NRW sind Materialangaben rechtlich bindende Informationen über die Faserzusammensetzung, Pflegesymbole dagegen freiwillige Empfehlungen. Die Pflegesymbole sind geschützte Piktogramme und dürfen nur mit einer GINETEX-Lizenz verwendet werden.
Die fünf Grundsymbole
| Symbol | Bereich | Lesart |
|---|---|---|
| Waschbottich | Waschen | Zahl im Bottich: maximale Waschtemperatur in °C; Balken darunter: Schon- oder Feinwaschgang; Hand: Handwäsche |
| Dreieck | Bleichen | Leeres Dreieck: Bleichen erlaubt; durchgestrichen: nicht bleichen |
| Quadrat | Trocknen | Kreis im Quadrat: Trockner; Punkte: Temperaturstufe; durchgestrichen: kein Trockner |
| Bügeleisen | Bügeln | Punkte: Temperaturstufe, mehr Punkte bedeuten höhere Temperatur |
| Kreis | Professionelle Pflege | Buchstaben im Kreis: Verfahren für chemische Reinigung oder Nassreinigung |
Die Symbole erscheinen auf dem Etikett meist in dieser Reihenfolge. Ein durchgestrichenes Symbol bedeutet grundsätzlich: nicht anwenden.
Nachhaltigkeit: was das Etikett verrät und was nicht
Die Pflichtkennzeichnung beschreibt nur das Material. Arbeitsbedingungen, Chemikalieneinsatz oder Umweltwirkung der Produktion stehen dort nicht. Diese Informationen liefern freiwillige Siegel. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale setzen GOTS, OEKO-TEX MADE IN GREEN und der Grüne Knopf unterschiedliche ökologische und soziale Anforderungen.
| Siegel | Schwerpunkt | Hinweis |
|---|---|---|
| GOTS (Global Organic Textile Standard) | Bio-Naturfasern, ökologische und soziale Kriterien in der Verarbeitung | Bezieht sich auf Textilien aus biologisch erzeugten Fasern |
| OEKO-TEX MADE IN GREEN | Gesamte Produktionskette | Rückverfolgbarkeit über Produktlabel |
| Grüner Knopf | Unternehmen und Produkt | Nachweise zur Verantwortung für Menschenrechte und Umweltstandards in textilen Lieferketten |
Eine weitere Grenze der Faserangabe betrifft Chemikalien. Zur Verbesserung von Trage- und Pflegeeigenschaften werden Textilien chemisch behandelt. Seit dem 6. August 2026 gelten neue REACH-Grenzwerte für Formaldehyd und Formaldehydabspalter in Textilien. Auf dem Etikett ist davon nichts zu sehen.
Bio-Baumwolle und recyceltes Polyester auf dem Etikett
Beide Materialien erscheinen in der Pflichtangabe unter ihrer regulären Faserbezeichnung, also „Baumwolle“ beziehungsweise „Polyester“. Der Zusatz „Bio“ oder „recycelt“ ist eine ergänzende Herstellerangabe. Glaubwürdig wird er durch ein Siegel mit überprüfbarem Zertifikat, bei Bio-Baumwolle etwa GOTS. Recyceltes Polyester kann etwa aus gebrauchten Kunststoffflaschen oder Textilresten gewonnen werden. Für die Pflege gelten dieselben Regeln: niedrige Temperaturen, kein Weichspüler bei Funktionsstoffen, Lufttrocknen bevorzugt.
Prüffragen für nachhaltige Kleidung
- Ist die Faser genau benannt, inklusive aller Komponenten?
- Belegt ein unabhängiges Siegel Angaben wie „Bio“ oder „recycelt“?
- Nennt der Hersteller den Produktionsort und die Stufen der Lieferkette?
- Passen Stoffqualität und Verarbeitung zu einer langen Nutzungsdauer?
Materialangaben beim Online-Kauf
Im Onlinehandel ist das Etikett vor dem Kauf nicht greifbar. Nach Angaben des Händlerbunds zum Textilkennzeichnungsgesetz müssen Händler die Faserzusammensetzung auch in Online-Angeboten vor Kaufabschluss angeben. Die Angabe findet sich meist in der Produktbeschreibung, unter „Material“, „Details“ oder „Material und Pflege“.
Checkliste für Produktseiten:
- Faserzusammensetzung in Prozent vorhanden.
- Bei Jacken und Hoodies: Angaben zu Futter, Füllung und Bündchen.
- Stoffgewicht in g/m², falls angegeben.
- Pflegehinweise passend zum Alltag, etwa Maschinenwäsche statt chemischer Reinigung.
- Siegel mit Zertifikatsnummer oder überprüfbarem Verweis.
- Hinweis auf nichttextile Teile tierischen Ursprungs, falls vorhanden.
Fehlt die Faserangabe, lässt sich beim Händler nachfragen. Bei offensichtlich fehlerhaften Etiketten ist die Marktüberwachung des jeweiligen Bundeslandes zuständig.
Materialangaben bei Streetwear und Gymwear
Streetwear und Trainingskleidung haben typische Materialprofile. Die Tabelle ordnet häufige Etikettangaben den jeweiligen Produkttypen zu.
| Produkt | Häufige Angabe | Bedeutung für den Alltag |
|---|---|---|
| Oversized T-Shirt | 100 % CO, Jersey | Locker fallend, atmungsaktiv, schwere Qualitäten bleiben formstabil |
| Hoodie | CO oder CO/PES, French Terry oder Fleece | Innenseite geschlauft oder angeraut, wärmend |
| Sweatshirt | CO oder CO/PES | Ähnlich wie Hoodie, ohne Kapuze |
| Jogginghose | CO/PES, Bündchen mit EL | Bündchen mit Elastan halten die Form an Knöchel und Bund |
| Trainingsshorts | PES oder PES/EL | Schnell trocknend, dehnbar |
| Jacke | Oberstoff PES oder PA, Futter separat angegeben | Wind- und abriebfest, Komponenten einzeln prüfen |
Bei Oversize-Schnitten spielt das Stoffgewicht eine besondere Rolle: Schwerer Stoff fällt gerade und strukturiert, leichter Stoff hängt eher und verzieht sich schneller.
Materialien bei BeachBodyz
BeachBodyz, Streetwear-Marke aus Bremen, verwendet GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle und recyceltes Polyester. Produktion fair in der EU, Versand klimaneutral, Schnitte oft oversized, schwere Stoffqualitäten für lange Nutzung. Die Materialangaben stehen auf jeder Produktseite.
| Produktlinie | Preis |
|---|---|
| Oversized T-Shirts | 45 € |
| Hoodies | 66–78 € |
| Sweatshirts | 71 € |
| Jogginghosen | 59 € |
| Jacken | 58–68 € |
| Shorts und Schuhe | Shorts 50 €, Schuhe 65 € |
Häufige Fragen
Was bedeuten die Zeichen auf Kleidungsetiketten?
Die Bildzeichen sind Pflegesymbole für Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln und professionelle Reinigung. Sie sind freiwillige Empfehlungen. Rechtlich verpflichtend ist dagegen die Faserzusammensetzung in Prozent.
Welche Abkürzungen gibt es für Textilmaterialien?
Häufig sind CO (Baumwolle), PES (Polyester), PA (Polyamid), EL (Elastan), WO (Wolle), CV (Viskose) und CLY (Lyocell). Auf älteren deutschen Etiketten steht für Baumwolle auch BW. Ausgeschriebene Faserbezeichnungen müssen der Liste in Anhang I der EU-Verordnung 1007/2011 entsprechen.
Wie müssen Textilien gekennzeichnet werden?
Jedes Textilerzeugnis auf dem EU-Markt braucht eine Angabe der Faserzusammensetzung in absteigender Reihenfolge der Gewichtsanteile. Nichttextile Teile tierischen Ursprungs sind anzugeben. Das Etikett muss gut lesbar und fest angebracht sein, online gehört die Angabe vor den Kaufabschluss.
Ist „100 % Baumwolle“ automatisch ein Qualitätsmerkmal?
Nein. Die Angabe beschreibt nur die Faser. Stoffgewicht, Garnqualität, Strickart und Verarbeitung entscheiden über Haltbarkeit und Passform.
Steht auf dem Etikett, ob Kleidung nachhaltig ist?
Die Pflichtangaben enthalten keine Aussagen zu Umwelt oder Arbeitsbedingungen. Belastbare Hinweise liefern unabhängige Siegel wie GOTS, OEKO-TEX MADE IN GREEN oder der Grüne Knopf.
Quellen
- Your Europe: Kennzeichnung von Textilien
- LAVG Brandenburg: Merkblatt Textilkennzeichnung
- LAVE NRW: Textilkennzeichnung
- Tuch und Stoff: Textilkürzel und Stoffbezeichnungen
- Handelsverband Bayern: Chemie in Textilien und Textilkennzeichnung
- Verbraucherzentrale: Faire Kleidung, das bedeuten die Siegel
- Händlerbund: Das Textilkennzeichnungsgesetz





